Der Jakobsweg

(Teilstrecke von Trier nach Perl)

Der Jakobsweg von Trier nach Perl ist Teil des europaweiten Netzes an Jakobswegen, das sich ausgehend von Santiago de Compostela im spanischen Nordwesten, über Südeuropa, Frankreich und Deutschland bis zu den Britischen Inseln, Skandinavien und Osteuropa erstreckt.
Der 45 km lange Streckenabschnitt von Trier nach Perl ist ein Kompromiss aus historischer Korrektheit und Begehbarkeit des Weges. Er liegt den heutigen Verhältnissen angepasst, soweit als möglich auf dem historisch vorgegebenen Römerweg von Trier nach Metz. Die noch zum Teil genutzte und dem heutigen Verkehr angepasste alte Römerstraße stellte eine der wichtigsten Nord-Süd Wegverbindungen im Raum Trier dar. In Zusammenarbeit mit den angrenzenden Gemeinden wird die Route mit Kalksandsteinen markiert, in die eine Kachel mit der stilisierten gelben Jakobsmuschel als Richtungsweiser eingelassen ist. Hinweisschilder markieren den Weg in den einzelnen Ortschaften. An markanten Punkten befinden sich Einstiegstafeln, die als Überblick und Orientierung dienen. 

Geschichte und Legenden

Jakobus (der Ältere), Sohn des Fischers Zabedäus, zählte zu den engen Vertrauten Jesu. Von Herodes verurteilt, starb er im Jahre 44 n. Chr. den Märtyrertod. Der Überlieferung nach soll der Apostel in Erfüllung seines Missionsauftrages in Spanien den Glauben verkündet haben. Die sterblichen Überreste wurden erst Anfang des 9 Jh. zur Zeit Karls des Großen wieder entdeckt. Jakobus galt als Symbolfigur der spanischen Reconquista - der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel durch die Christen und ist heute Schutzpatron Spaniens. Seit der Jahrtausendwende wurde das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela zum Zielpunkt einer über Jahrhunderte nicht abreißenden Pilgerbewegung. Menschen aller Schichten machten sich aus den unterschiedlichsten Motiven auf den Weg ans Ende der damals bekannten Welt. Über ganz Europa erstreckten sich grenzübergreifende Wegeverbindungen nach Santiago, gesäumt von Kirchen, Bruderschaften und Hospizen. Auf diesem Wegenetz wurden Ideen, Kunst, Kultur und Handel sowie fremde Sitten und Gebräuche transportiert, die das heutige Europa noch nachhaltig prägen.